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Im Laufe eines Lebens hat wohl jeder mal einen Traum den er sich
erfüllen möchte. Meine Liebe zur Eisenbahn zeigte sich schon in meiner
Jugend, als ich den Eisenbahner auch als Beruf machen wollte. Der
Traum ging jäh zuende und fortan war die Eisenbahn nur noch
Fortbewegungsmittel.
Aber ein Teil konnte ich mir
dann doch erfüllen. Und so stand ich am letzten Julitag morgens um 1/2 8 Uhr in Landshut
auf dem Bahnsteig und wartete auf den Zug der mich über Regensburg nach
Frankfurt bringensollte.
Gut vorbereitet durch Russisch-Kurse und Literatur konnte eigentlich
nichts schief gehen..
Im Zug schon die erste
Überraschung. Meine Sitznachbarn wollen auch nach Moskau. Aber von dort
über Ismalabad, Tibet, Mongolei nach Peking. Dauer 4 Wochen.
Die nächste Überraschung:
Der Abflug verzögert sich durch den technischen Defekt der angekündigten Iljuschin 86.
Die Passagiere wurden auf zwei kleinere Maschinenaufgeteilt und so startete ich erst zwei
Stunden später mit dem Flug
256B.
Dadurch hatte ich noch etwas
Zeit, auf der Zuschauertribüne den Flugbetrieb zu beobachten. Aber
nicht lange. Lärm und Gestank machten den Aufenthalt unmöglich.
Nach 2 1/2 Stunden reiner
Flugzeit mit einer Bilderbuchlandung in Moskau- Scheremedewo gelandet.
Schnell und ohne Schwierigkeiten durch Zoll- und Gepäckkontrolle. Meine
Reisegruppe sofort gefunden. Die hatte schon auf mich gewartet, war ich
doch der letzte der Reisegruppe. Die anderen Teilnehmer hatten alle die
erste Maschine erwischt.
Mit einem Kleinbus, der in Deutschland sofort aus dem Verkehr gezogen würde,
ging es zum Sputnik, einem Speiserestaurant. Schließlich hatten wir
Vollverpflegung gebucht. Dort konnte ich dann unseren Reiseleiter
Andreij und meine Begleiter kennen lernen.
Da bis zur Abfahrt unseres
Zuges noch etwas Zeit war, ging es mit unserer Schrottkiste noch zum
Leninhügel und zum Roten Platz. Standardpunkte jeder Stadtrundfahrt.
Die Fahrt um Mitternacht zum Jaroslawer Bahnhof mussten wir dann mit dem
Taxi absolvieren, unserem Kleinbus ging die Puste aus.
Beim Gepäckausladen blieb
eine schwarze Aktentasche übrig. Keiner vermisste etwas. Der Blick in
die Tasche brachte jede Menge 100 Dollarnoten zum Vorschein. Warum bin
ich bloß immer so ehrlich? Was der Taxifahrer wohl mit dem Geld gemacht
hat?
Unser Zug wartete schon auf
uns. Wagen und Abteil wurden schnell gefunden. Da angeblich noch viel
Zeit war, ging ich noch etwas auf dem Bahnsteig spazieren. Als sich
plötzlich der Zug in Bewegung setzte, war ich ziemlich überrascht.
Trotz abwehrender Gesten zweier Zugbegleiterinnen (Wascha Billett- Ihre
Fahrkarte?) konnte ich noch auf den fahrenden Zug aufspringen. Das wäre
was gewesen: Ohne Papiere und Geld und kaum Russisch auf dem Bahnsteig.
Nach einigen Minuten hatte ich dann unser Abteil erreicht, wo keiner
meine Abwesenheit bemerkt hatte.
Dauerte einige zeit, bis wir
unsere Sachen verstaut hatten und die Betten gerichtet. Wegen
Überschwemmung in der Toilette und kein Wasser im Waschraum gab es
weitere Problemchen, aber irgendwann gab es doch Ruhe.
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